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30 Jahre „80er“: Eine Erfolgsgeschichte des Solinger Chorgesangs
Als sich am 21. Januar 1980 eine große Anzahl engagierte Sänger, vornehmlich ehemalige „Wupperhofer“ im Haus Turnerbund, Solingen, Zietenstraße 25 trafen, um einen neuen Chor zu gründen, hätte niemand daran gedacht, dass sich daraus eine 30-jährige Erfolgsgeschichte entwickeln würde. Die 36 Gründungsmitglieder gaben sich den Namen Männerchor 1980 Solingen und setzten sich zum Ziel, über die Pflege des anspruchsvollen a cappella Chorgesangs und Auswendigsingen hohe künstlerische Ansprüche zu verwirklichen.
Ob Anspruch und Wirklichkeit zusammenpassen, hatte der Chor schon bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Gastgeber der traditionellen Wohltätigkeitskonzerte „Solinger für Solinger „ am 12. April 1980 mit einem Chor- und Solistenkonzert im Konzertsaal des Theater- und Konzerthauses unter Beweis zu stellen. Für dieses erste Konzert konnte die Sopranistin Rachel Yakar, der bekannte Solinger Tenor Werner Holweg und der unvergessliche Bass Karl Ridderbusch gewonnen werden. Auf dem Programm standen Gesänge von Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie der Liederzyklus für Chor und Tenor „Frühling am Bodensee“ von Rudolf Desch, die der erste Dirigent der späteren „80er“, Winfried Maczewski ausgewählt hatte. Für den neu gegründeten Chor eine riesige Herausforderung, die er, wie die Rezensenten befanden, mit Bravour meisterte. So titelte dann auch die Solinger Morgenpost vom 16.04.1980 „ Neuer Chor bestand Feuerprobe“.
Fortan wurden mit weiteren namhaften Solisten wie Manfred Fink, Bernd Weikl, Hermann Prey, Eugene Holmes, Vladimir Samsonov, Ulrike Kamps-Paulsen, Stefanie Krahnenfeld, Fionnula McCarthy, Celina Lindsley, Jorge Lopez Janez, Bengt Rundgren, George-Emil Crasnaru und anderen sowie auch mit dem Städtischen Orchester Solingen, herausragende Musikaufführungen gestaltet.
Unvergessen bleiben die großen Opern- und Operettenkonzerte unter der Leitung von Chorleiter Wolfgang Dünwald, die mehrfachen Aufführungen der Messa di Gloria von Puccini sowie der Alt-Rhapsodie von Brahms, diverse Schubertiaden u.a. mit Hermann Prey, eine Vielzahl von a cappella Chorkonzerten sowie die verschiedenen Benefizkonzerte zu Gunsten der Hilfe für St. Petersburg mit dem Bariton Vladimir Samsonov. In jüngerer Zeit waren es große Konzertveranstaltungen mit der Sopranistin Kerstin Hegner-Steiner, dem Tenor Uwe Buchmann sowie dem Bariton Wolfgang Krupp.
Der Chor hatte sich im Laufe der Zeit aber nicht nur dem a cappella Chorgesang verschrieben, sondern auch dem klassischen Repertoire bis hin zum Kunstlied, oder auch der leichten Muse mit Spirituals und Gospels. Nimmt man die Musicals und Opern- und Operettenkonzerte hinzu, so beherrscht der Männerchor 1980 Solingen alle Sparten in der Chorliteratur.
Eine wichtige Hilfe zum Erfolg waren neben vielen ausgebildeten Chorsängern auch die professionellen Chorleiter, die die „80er“ künstlerisch betreuten: Winfried Maczewski, ehemals Chordirektor an der Wuppertaler Oper, der die Sänger in den beiden ersten Jahren leitete. Es folgte Wolfgang Dünwald, ehemals Chordirektor der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Er leitete den Chor von 1982 bis 1995. Durch sein großes musikalisches und künstlerisches Geschick und der Maxime: Nur auswendig singen und keine Schlager, gelang es ihm, die „80er“ weit über Solingens Grenzen hinaus, zu einem bekannten semiprofessionellen Ensemble zu entwickeln. Sein Verdienst war auch die Teilnahme an gesanglichen Wettbewerben, was am 28. Mai 1989 zur Auszeichnung als Meisterchor führte. Professionell prägten den Chor auch die ehemaligen Dirigenten Christoph Willer, Joachim Gerbens sowie Stephan Kassel Auch diesen hervorragenden Chorleitern sind die „80er“ zu besonderem Dank verpflichtet.
Eine Anzahl unvergesslicher Konzertreisen stellten weitere Meilensteine des Chores dar. Bereits im Gründungsjahr ging es ins Elsass, wo der Chor der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Simone Veil, ein Ständchen brachte. In den beiden folgenden Jahren baute der Chor Kontakte auf ins niederländische Maastricht und nach Engelberg in die Schweiz, wo natürlich auch Chorkonzerte gegeben wurden. 1984 ging es zu den Salzburger Festspielen, 1986 führte eine Konzertreise nach Cornwall in Süd England. Dort wurde der erste Kontakt zum Holman-Climax Male Voice Choir geschlossen, eine Verbindung, die zu tiefen Freundschaften führte und 1988 mit dem Gegenbesuch des englischen Chores und 1993 mit einer zweiten Konzertreise nach Cornwall gekrönt wurde. Aus Anlass ihres 10 jährigen Jubiläums unternahmen die „80er“ im Herbst 1990 eine dreiwöchige USA-Reise entlang der amerikanischen Westküste.1992 ging es zu den Festspielen nach Verona und 1995 mit Freunden des Chores nach Kanada und an die Ostküste der USA. Die Jubiläumsreise „20 Jahre 80er“ führte nach Oberbayern, in den Pfaffenwinkel. Es folgten weitere Konzertreisen nach Straßburg, in den Harz, nach Hamburg, Würzburg, Bamberg und aus Anlass des 25 jährigen Bestehens nach Wien. In den Jahren 2006 bis 2009 rundeten die reisefreudigen „80er“ ihr „Auswärtsprogramm“ mit Fahrten in das Havelland, Dresden und Bremen ab. Das Jubiläumsjahr 2010 wird vom 07. bis 15. Juni u.a. mit einer großen Reise nach Schottland gefeiert.
Nach 30-jähriger Vereinsgeschichte darf der Schluss gezogen werden, dass es richtig war, den Erfolg über musikalische Leistung und künstlerischen Anspruch zu suchen. Dieser Weg soll auch künftig beschritten werden, wobei der leider fehlende Nachwuchs Grenzen setzt. Mit Ralf Leßenich haben die „80er“ einen Chorleiter gefunden, der es gleichwohl versteht, die Aktiven zu großen Leistungen herauszufordern. Er übernahm den Chor 2006 mit dem Ziel, das gute Stimmpotential des Chores zu fördern sowie intensive Ausstrahlung und Klangfarben zu vermitteln. Damit reiht er sich nahtlos in die Reihe seiner Vorgänger ein.
Für den Erfolg der „80er“ bedurfte es großen Engagements der heute noch knapp 30 aktiven Sänger. Dies ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass die bekannten Solinger Solisten Uwe Buchmann und Wolfgang Krupp bis heute als aktive Mitglieder verbunden sind.
30 Jahre „80er“ bedeutet aber auch, dass sich der Chor auf ein Netzwerk von Freunden, Förderern und Konzertbesuchern verlassen kann. Namentlich zu nennen ist hier insbesondere die ehemalige Solingern Unternehmerin Hannelore Schlemper, die seit 1981 Ehrenmitglied des Chores ist.
Drei Jahrzehnte als Chor in Solingen, wo der älteste deutsche Männergesangverein beheimatet ist, scheint eine kurze Zeit zu sein. Und doch wünschen sich die „80er“, wie alle Solinger Chöre, dass sich junge Menschen für den Gesang begeistern lassen, nicht nur, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden sondern auch, um den Fortbestand der Gemeinschaft zu sichern. Hierbei bedarf es auch der weiteren Unterstützung des seit 30 Jahren treuen Publikums, dem sich der Chor zu besonderem Dank verpflichtet fühlt.
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